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Einträge einer molligen, pflegebedürftigen Rollstuhlfahrerin - nicht autobiographisch!?

Alter: 49
aus: 12103 Berlin
 
Schule: Theodor-Haubach-Oberschule in Berlin
Universität: Friedrich-List-Oberschule in Berlin


Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
war das Leben nicht einfacher.

Wenn ich mal groß bin...:
oha - ob ich dies wohl schaffe?

In der Woche...:
Warten auf Freitag?

Ich wünsche mir...:
ganz vieles

Ich glaube...:
Dinge erst dann, wenn ich sie sehe.

Ich liebe...:
einige Menschen in meiner Gegend

Man erkennt mich an...:
meiner Stimme?

Ich grüße...:
den Rest der Welt.



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Schon wieder schuld

Ok - es ist so weit und natürlich bin ich mal wieder schuld. Eine Assistentin wird kündigen. Bis September ist sie weg.

Ich könnte nur heulen. Es ist nicht schlimm, das jemand kündigt. Aber diese Verurteilung - ich bin schuld. Ich denke, das wird gruselig.

Ich bin mal wieder nicht richtig. Kennt irgend jemand dieses Gefühl? Ich trage es mein Leben lang mit mir herum. Klar mache ich auch mal irgend etwas richtig. Aber ohne die Hilfe anderer - habe ich nicht wirklich irgend etwas erreicht. Wo ist jetzt dieses Selbstbewustsein?

J. ist immer noch sauer, wegen des Streits. Dann habe ich auch noch Ihre Tochter misshandelt. Das arme Kind. Klar war sie zickig - von wegen um 10 kommt sie am nächsten Tag nicht wieder. Öffentliche Verkehrsmittel - eine Zumutung. Sie hat Platzangst. Hey - sie ist 25 und hat weder einen Schulabschluß noch Ausbildung.

Das Wenigste, was ich möchte ist, dass sie telefonisch absagt.

 Dann schlage ich mir nicht die Nacht um die Ohren, um Gesetze zu finden. Ja ich war fündig. Sie hat einen Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluß und eine Ausbildung. Sie muss aber ihren Hintern bewegen. Habe ja sogar eine Musterbewerbung für sie. TJa, wer nicht will, der hat schon.

Weiter vom Gefühl nicht richtig zu sein. Für mich ist es kein Gefühl. Es ist Gewissheit. Seit über 40 Jahren nehme ich mir vor, dies oder wenigstens etwas zu ändern. Aber ich mache mit boshafter Gleichmäßigkeit die selben Fehler. Ja nicht einmal die gleichen Fehler - es sind die Selben.

Eigentlich wäre es am Besten, ich ginge ins Kloster und lege ein Schweigegelüpte ab. Allerdings hatte ich letzte Woche einen Kehlkopf-/Stimmbandkartharr - einfacher - die Stimme war weg. Jedenfalls meißtens. Eben nicht immer. Schon wieder ein Grund für Mißtrauen. Ob ich es wohl nötigh habe zu simulieren. J. war ja sogar wegen des Speichers im Fieberthermometer erstaunt. Nein ich simuliere auch kein Fieber.

Nicht reden ging nicht. Mir wird vorgeworfen, ich würde hetzen. Das sehe ich anders. Ich habe keine anderen Gesprächspartner als meine Assistentinnen. Nicht mal meine Familie mag diese Geschichten hören. Es geht um Fehler. Da wird mir von B. vorgeworfen, ich hetze - Thema Fehler von Assistentin - ach nein - dieser Assistentin. Kaum spach B es aus - ärgerte sich über Assistentin K. 

Was mich mal interessiert - wie viel reden die über mich und übereinander? In der Küche und als Assistentin darf man also - echt interessant - ich werde im nächsten Leben Assistentin. Ich erzähle wenistens meine Sich der Dinge - und zwar allen "möglichst" gleich.

Frage ich: Was stört sie an Frau Weidner? Die vielen Überweisungen und das Reden über K. - J. sagt, dies ist weder alles noch die Wahrheit. Man, wäre ich doch nicht behindert - dann würde sich niemand um mich kümmern müssen. Niemand/Weniger Leute könnten mich be-/verurteilen.

Ich habe doch vom Streit mit meinem Bruder erzählt. Er hat heute angerufen. Mal wieder Probleme auf Arbeit. Ich denke er sollte wechseln. Er hat mich wegen einer Schlagbohrmaschine beraten. Ich weiß jetzt, sie soll 4 Jule haben und nicht mehr als 50 Euro kosten. Jule? Woher kenne ich den Begriff - man habe ich plötzlich hunger.

Er hat vorgeschlagen, sich jeden dritten Mittwoch mit mir zu treffen. Er will mich aus dem Haus haben. Grundsätzlich finde ich das klasse und freue mich - andererseits. Bloß nicht in mein Haus kommen.

Bin gesprannt, wie oft wir das hinbekommen - an mir soll es nicht liegen.

So - nun gehe ich mal wieder frustriert zu Bett. Ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll

2 Kommentare oldme68 am 27.7.10 02:44, kommentieren

Ob das wohl richtig war?

Da war er nun, der Moment, auf den ich einerseits so lange gewartet habe und andererseits so sehr gefürchtet habe.

Seit xmas warte ich darauf, dass mein Bruder Zeit findet um mit mir über xmas zu reden. Natürlich mit der Hoffnung, nach und nach so vieles zu klären. Bis heute hat er sie nicht gefunden.

Heute hat er mich zum obligatorischen Grillen eingeladen. Klar meint er es gut. Ich habe es nach reiflicher Überlegung - nach Jahren - gewagt "Nein" zu sagen. 10 Sekunden Totenstille.

Mein Zeil war es, ihn aufzuwecken. Ich kann nicht freudestrahlend zum Grillen kommen - ein Platz wo er sicher sein kann - das keine Diskussion über Probleme besprochen werden, wenn er mich nicht ernst nimmt. Wenn ich da hingehe und auf Friede, Freude, Eierkuchen mache, kann ich mir im Spiegel nicht mehr ins Gesicht sehen.

Meine Lehrerin gab mir mal einen Tadel, wegen nicht gemachter Hausaufgaben. Ihr Argument: Für Dinge, welche einem wirklich wichtig sind, findet man auch wirklich immer Zeit. Prioritäten. Da bin ich auf seiner Liste nicht weit oben. Für fast alles und jeden hat er Zeit - aber bitte nicht für unsere Probleme.

Neben einem Haufen Ausreden kam eigentlich nur eines heraus:

- ich bin sowieso und überhaupt schwierig.

- wenn ich nicht komme, dann habe ich halt Pech.

- Ach ja bockig bin ich dann auch.

- Ich bin also daran Schuld, dass er sich feige drückt.

- Wenn nicht ich, dann sind seine toten Eltern daran schuld.

- Oder seine Ex-Frau

- Halt nicht er.

- Dass ich seit 3 Jahren im Bett liege - ist auch einer seiner Ausreden. Pech nur, dass es früher nicht anders war. Nie kam er nur 1 x in meine Wohnung (egal ob die alte von unseren Eltern - oder in meine Neue), ohne dass es dafür einen Grund gab. Dann gab er sich auch noch Mühe, mir den Tag zu verderben

Ich soll mir ja nicht einbilden, dass er mich zum Gespräch zwingen kann. Nein - aber ich werde jetzt sagen, wenn er sich nicht benimmt. Es war schrecklich. Drei Stunden immer wieder im Kreis und er kam mir nicht einen Schritt entgegen. Klar sind wir beide Schuld -bei der ganzen Sache. Es kam mal wieder nichts dabei raus - oder doch ich habe dazu gelernt. Mal wieder starb eine Hoffnung

Nein, er ist das arme bedauernswerte Opfer. Ich greife ihn nur an - da darf ich mich nicht wundern, wenn er sich verteidigt. Jetzt Fühle ich mich natürlich wieder einmal schrecklich. Auf der einen Seite bin ich stolz - endlich habe ich mich gewehrt und wichtige Dinge gesagt. Auf der anderen Seite habe ich gemerkt. Es ist wahrscheinlich sinnlos. Er wird nie mit mir über Probleme reden. Natürlich begreift er es als Angriff. Wird es zum Bruch kommen? Will ich dies vielleicht?

Was wird sein, wenn ich mich ab jetzt wehre? Werde ich ihn verlieren. Sylvester kann ich vergessen - wenn es sich nicht beruhigt hat. Allerdings brauche ich ihn für Sylvester nicht. Will ich das überhaupt, wenn wir keine Erfolge erzielen? Ich kann Jana verstehen, dass sie xmas nicht (mit Familie) feiern will. Werde mir mein eigenes Programm machen. Habe den zweiten Feiertag zum Familientreffen xmas vorgeschlagen.

So - nach dem Schreiben sollte es mir besser gehen. Keine Ahnung, ob ich schlafen kann. Ich darf Bonny nicht mit meinen Sorgen belasten. Euch wünsche ich eine gute Nacht - oder mal wieder - einen guten Morgen. Möge die Macht mit Euch sein. Lebt lang und vor allem - in Frieden. Eure oldme68

 

oldme68 am 16.7.10 00:59, kommentieren

Ein fast ruhiger Tag

Bin mal wieder unzufrieden mit mir:

was wollte ich nicht alles erledigen.

- Bei Reck anrufen, wegen des Motomed (Hometrainer für Rollis)

- DAK mailen - wo bleibt der Bescheid für das höhenverstellbare Waschbecken?

- Meinem Vermieter wegen der Fenster mailen. Schimmel usw. auf den Mieter schieben. Von wegen, nicht ordentlich lüften und heizen.

- Den Elektriker anrufen

- Den Rechtstoffel informieren, dass der Bescheid da ist und ich (zur Abwechslung mal) nicht klagen werden, weil es nicht mein Krieg ist.

- Invetur der Pflegehilfsmittel

Was habe ich erledigt

- erst einmal den üblichen Kram wie Frühstücken usw.

- Motomed-Sport - Festellung: Das passt alles nicht wirklich.

- Kolon

- weiter mit der Versorgung

- Mittag

- Mit Assistentin J geredet - sie in die Drogerie geschickt. Die Arme musste bis zum Kaufhaus laufen um eine halbautomatische Augenbrauchenpinzette zu besorgen. Kosmetikpinselinsel waren auch keine erhältlich.

- übrigens hat sie gestern für den Canon Pixma ip4200 Druckerpatronen von Pelikan gefunden. Endlich ist das Patent abgelaufen.

Gerstern hat sich mein Bruder wirklich entschieden, das Auto zu reparieren - aus Sicherheitsgründen, beteuert er. Assistentin J hat nicht ganz zu Unrecht angemerkt. "Ok, die Motorblocknummer holt er sich Do - und in welchem Leben will er Zeit haben für die Reparatur?" Wir werden sehen.

- Heute geht mir den ganzen Tag das Lied von der Schweden-Hochzeit im Kopf herum.

-Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht zwischen die Fronten der Assistentinnen begebe. Es geht mal wieder um den Dienstplan. Wird er von der Pflegefirma gemacht - meckern alle. Z. z. macht es die Teamleiterin - also meckert der Rest vom Team. Jetzt reicht es ihr und sie "überzeugte" (wohl mit sanfter Gewalt) Assistentin J einen eigenen Plan zu machen. Motto: Mach es erst einmal besser.

Assistentin J kam, damit ich ihr Meisterwerk auf Lücken überprüfe. Ich habe deutlich gemacht, dass ich mich da nicht einmische. Das sollen sie schön allein unter sich ausmachen. Habe keine Lust zwischen die Fronten zu gelangen. Den Fehler mache ich nicht zweimal.

Trotzdem fand ich auch heute das tägliche Fettnäpfchen.

Assistentin J meinte, dass im August an zwei Tagen "echte Springer" kommen. Ich äußerte wohl etwas zu schnell, dass mir das nicht gefällt. Sie bekam es gleich in den falschen Hals. Leider hatte sie nicht gleich dazu gesagt, dass sie "Sicherheitsgurte" eingebaut hat. Am Abend vorher kommt jemand, welcher die Versorgung beherrscht, und im Spätdienst auch. kein Problem.

Trotzig wie sie ist, raste sie mit den Plan in die Küche. Nicht, ohne zu erklären, dass sie wegen meines Starsinns den Plan dann eben ändert. Die Absicht, den Plan "einfach so" aus Trotz zu ändern, ärgerte mich fast mehr, als die ungeliebten Springer.

Also zofften wir uns - aber zum Feierabend war alles gut.

Ach ja - und da war ja noch was: Fußball! Da ist Assistentin J mehrere Jahre bei mir und hat vergessen, dass wir zwei TVs haben. Sie wollte unbedingt das Spiel sehen. Dafür wechselt sie sogar Batterien, was sie nicht mag.

Die erste Halbzeit habe ich Film gesehen - bin ja kein Fußballfan und stehe dazu.

Die zweite Halbzeit habe ich dann, nur mal so, fünf Minuten hineingeschaut. Ok, ok Frau muss ja informiert sein.

Plötzlich ist der Teufel los und die schießen ein Tor. Ist diese Rempelei eigentlich normal oder haben die Südafrikaner nach dem Tor erst "so richtig" losgelegt? Keine Ahnung.

Jetzt sind sie also weiter - auch ok. Sollten sie im nächsten Spiel wieder ein Tor schießen, werde ich wieder rein schauen. Mal sehen, wie weit sie dieses Mal kommen. Es ist jetzt 02:00 Uhr und die ballern hier immer noch. Als wären wir, schon Weltmeister. Hoffentlich wird das keine Massendepression, wenn es schief geht. Ich jedenfall freue mich, wenn es gut geht - wenn nicht ist auch nicht schlimm.

Gute Nacht

1 Kommentar oldme68 am 24.6.10 02:06, kommentieren

Volltreffer

Da freue ich mich den ganzen Tag auf die Rückkehr meiner Stammassistentin. Endlich kommt sie...

- das von mir, mit einer anderen Assistentin, an die Tür geklebte Stickerbild ist "schief". Hey - die Sticker sind eh nicht gerade - sollte es überhaupt gerade sein?

- Das Telefon klingelt. Sie kommt zurück und meint - was denn hier los gewesen ist - ich soll laut einer anderen Assistentin "am Rad" drehen. Also frage ich nach...

- Es muss doch nicht so oft gesaugt werden. Halloooo! Hier wurde über Monate so gut wie gar nicht gesaugt. Also habe ich mit Assistentin B. besprochen jeden zweiten Tag gesaugt wird - und das soll als Plan für Übermorgen eingetragen werden. Also kontrollieren Sie sich selbst und es ist ihnen gar nicht grecht, dass ich aufpasse.

- Eigentlich sollte meine Stammassistentin wissen, dass ich das mit dem Saugen eigentlich nicht so eng sehe. Wir müssen doch erst einmal Erfahrungen sammeln. Wenn der neue Sauger besser saugt als der andere, können die Abstände ruhig größer sein. Allerdings weiß ich nicht, was an jeden zweiten Tag die Laufwege und einmal in der Woche die Ecken so falsch ist - für eine Person, welche ihr Leben zukünftig wieder auf dem Fußboden führen will und muss.

- Affig haben wegen des Saugen. Sorry, der alte Staubsauger ist kaputt, existiert nicht mehr. Der alte stand mehrere Wochen in der Ecke. Niemand hat sich für die Bedienung interessiert. Jetzt ist der alte Sauger weg - und ich muss die Assistentinnen förmlich zwingen, sich mit dem Ding auseinander zu setzen.

 - Das gute Stück ist ein Wasserstaubsauger. Den muss man nach jedem Gebauch sauber machen (Filter und Innenraum). Klar, macht das Arbeit.

- Erster Kommentar nach dem Gebrauch - iiiiihhhh wie ekelhaft. Das Wasser ist ja dreckig und so viel Haare usw. Tja - da war der alte wohl wirklich hin. Staubsaugerbeutel wechseln mochten Sie ja auch nciht. Was wollen Sie erst sagen, wenn wir den Teppich mit dem Gerät reinigen - dies kann er zufällig auch. Mal sehen, wer sich als erster dafür interessiert.

- Übrigens - Saugen muss man damit lernen - wenn man den Teleskopstab nicht richtig hält - schabt das fürchterlich über den Teppich.

- Nächster Fall - Wäsche waschen.

- Ich hatte Tee auf der Bettdecke verschüttet - und mir nebenbei die Brust verbrannt. Also musste die Decke gewaschen werden. Sie hatte schön öfter Decken gewaschen - also habe ich mich darauf verlassen, dass sie das gute Stück allein in die Waschmaschine steckt.

- Am nächsten Morgen fragte mich Assistentin K. weshalb denn die Handtücher usw. gewaschen worden wären - sie hätte sie doch erst am Vortag gewechselt. Also hatte Assistentin B. einmal benutzte Handtücher usw. mit der Bettwäsche gemeinsam gewaschen.

- Natürlich habe ich mit Assistentin B gesprochen. Sie meinte, meine Stammassistentin hätte gesagt es solle immer alles mitgewaschen werden - egal wie lange es benutzt wurde. Toll - schieben wir es also auf einen anderen.

- Mein Einwand - Decken wäscht man allein - wurde vom Tisch gefegt. Als ich sagte, dieses Thema besprechen wir mit der Stammassistentin - hatte ich das Gefühl - gefällt Assistentin B nicht.

- Jetzt bekam Assistentin J an ihrem ersten Arbeitstag also gleich alles brühwarm erzählt. Wie schön, dass J zu mir kommt um sich die andere Seite anzuhören.

- Ja - Bettdecken wäscht man allein und ja einmal benutzte Handtücher wäscht man nicht.

Was brachte mir dieser Sieg? Nichts - Assistentin hatte das Gefühl, der ganze Urlaub ist hin - und ich bin der Auslöser. Fühle mich schon wieder schlecht. Bilde ich es mir nur ein, oder sind die Schmerzen seit der Spätschicht schlimmer geworden?

Seelisch geht es mir fürchterlich:

- ich bin wieder falsch

- ich mache fast alles falsch

- ich kann es niemandem recht machen

- warum versteht man mich nicht?

- Weshalb erzählt man nur die halbe Geschichte - und ich stehe schlecht da?

- Welche Ansprüche sind gerechtfertigt?

- Eigentlich heißt Assistenz - was ich als Assistentznehmer machen würde, machen die Assistentinnen für mich, weil ich es nicht kann.

- Scheint wohl nicht so zu sein. Wo kann ich finden, was recht ist und was nicht.

- Ich muss endlich das Assistenzbuch lesen

ich muss den Film sehen.

 Ach - da war ja noch die Story von meinem Bruder:

- Da ruft er gestern an: Übrigens dein Auto ist kaputt. Auspuff durchgerostet. Damit kannst Du nicht einmal mehr bis zur Werkstatt.

- Heute kam er dann an mit der besprochenen Satellitenanlage - wie genädig. Hätte er schon vor Jahren sagen können, dass das Teil seit Jahren bei ihm in der Ecke liegt, zusammen mit DVBT.

- Ich dachte ich höre nicht richtig - da bietet er mich zum ersten Mal im Leben an: "Könnte mich ja mal nach Preisen erkundigen und - wenn Zeit ist - den Auspuff anbauen. Sonst Pitt-Stopp, ADAC usw.

- Dann wollte er plötzlich wissen, was meine Werkstatt dafür haben will?. Wir rufen an - und der Inhaber kann spontan - nach Feierabend keinen Preis nennen. Er möchte erst den Wagen sehen. Mein Bruder wittert sofort Betrug - wohl eher blödsinn.

- Plötzlich erhalte ich den Auftrag auf einer Seite für Autoteile einen Preis für den Auspuff zu finden. Ok - war leider erfolglos - weder konnte ich die Ziffer 3 vollständig eingeben - noch fand ich auf der Seite die Kategorie Auspuff. Bin wohl wieder zu blöd - schön, dass ich das Vorurteil meines Bruders wieder voll bedienen kann.

- Die Diskussion endet mit dem meinem Satz: " Ich finde es ja wirklich nett, dass Du dich angeboten hast. Aber ich habe schon früher die Werkstatt genommen, um dich (Bruder) nicht zu belasten. Er antwortete, dass er mal darüber nachdenken wolle, wie man den Auspuff festbinden kann. Dies war aber eine Idee von der Werkstatt gewesen - halt alles nur geklaut.

- Erst viel später viel mir auf, dass mein lieber Bruder damit wieder erreicht hatte, was er wollte. Ich hatte selber angeboten in die Werkstat zu fahren. Also kann er jetzt sagen, dass er ja wollte - nur ich wollte nicht. Echt raffiniert und ich fall wie üblich darauf rein. Natürlich riskiere ich auch noch einen Rauswurf aus der Werkstatt nach dem Motto: Wer fremd geht - kann sehen, wo er bleibt.

- Mein Assistentinnen meinen übrigens - er bietet seine Hilfe nur wegen eines schlechten Gewissens an. Könnte glatt stimmen - oder er ist zur Zeit krank. Erst die Anlage (geschenkt/geborgt falls es nicht klappt) und dann auch noch Auto reparieren, obwohl er selbst mit einer defekten Lichtmaschine für sein Auto kämpft?

WofürViel zu gut um wahr zu sein!

- werde ich mich wohl entscheiden Rauswurf aus der Werkstatt wegen Fremdgehen oder "Nein Danke" sagen zum Bruder, wissend, dass er zukünftig nicht zur Verfügung steht?

Morgen stehe ich also als Idiot da, weil ich zu blöd bin die Infos zu finden. Dann stellt sich heraus - ob oder wohl eher, wann wir den Wagen in die Werkstatt bringen.

Übrigens, das Wandbild hat Assistentin wirklich sehr gut korrigiert. Jetzt wartet Sie auf die ausgeschnittenen Schablonen und sucht verzweifelt jemanden, welcher die Konturen auf die Wand überträgt. Zuerst muss aber das Pergamentpapier ausgeschnitten weren.

- Den Widerspruch fürs Bezirkamt muss ich wegschicken - sonst läuft die Frist ab. Klamotten probieren, Krankenkasse anrufen - mal sehen, was noch so auf dem Plan steht.

Guten Morgen/Gute Nacht

oldme68

1 Kommentar oldme68 am 22.6.10 01:33, kommentieren

Wie war der Tag?

Mal nachdenken!

 Erst wurde ich unsanft von einem Mitarbeiter meines Vermieters geweckt. Er wollte nochmals den Schaden an meinen Fenstern besichtigen.

 Nach dem Frühstück - Motomed-Training. Sicher kommt jetzt die Frage - Was ist denn ein Motomed. Ein Motomed ist ein Heimtrainer für Rollstuhlfahrer. Man/Frau kann damit Arme und Beine durchbewegen und zwar mit oder ohne Hilfe des Geräts.

 Anließend war mir erst einmal übel - ganz normal - der verstopfte, träge Darm ist so viel Bewegung nicht gewohnt. Dabei bin ich noch vorsichtig. Für den Anfang habe ich ein Programm gewählt, welches 10 Minuten vorwärts/rückwerts läuft. Also jeweils 20 Minuten für Arme und Beine.

Also erst einmal ein halbe Stunde hinlegen. Zwischendrinn nervt ein Werbeanruf - miese Tur - von wegen ich soll für ein Gerät über 50 € zahlen und dann im TV spielen - für jeden Gewinn soll ich dann nochmals 29 € zahlen. Die wollte sie die "Daten abgleichen". Ihr Prech - sie hatte meine amerikanisch-afrikanische Assistentin am Telefon. Deren sture Antwort: " Ich bin nicht Frau Weidner, sondern die Assistentin/Pflegerin. Keine Ahnung, weshalb die Anruferin aufgab.

Dann kam Mr. Kolon - hat mir gerade noch gefehlt. Mir war doch schon übel und er kommt zur Darmmassage. Anschließend Waschen und fertig machen. Nebenbei stellen wir fest - mist schon wieder hat das Team Weidner nicht funktioniert. Es fehlen wichtige Dinge im Medikamentenschrank. Weder wurden sie auf den Einkaufzettel geschrieben, noch wurde ich informiert.

Diese Assistentin ist jetzt ein halbes Jahr hier. Es wurde ihr mehrmals erklärt und so langsam müsste sie anfangen, besser zu funktionieren. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass ihr für vieles das Interesse fehlt.

 Aua - Fettnapf. Assistentin B hat mit ihr geredet und ich habe es nicht bemerkt. Sie wurde leicht ärgerlich - kann ich verstehen. Allerdings fällt mir auf - sie versteht anscheinend immer "falsch", wenn ich "anders" meine. Außerdem gibt sie zu, dass sie vieles nicht interessiert.

Z. B. habe ich einen neuen Staubsauger. Die Bedienungsanleitung hat sie sich nicht durchgelesen. Nicht nur, dass Sie mich jetzt z. B. wegen der Reinigung der Wasserkammer fragen muss. Als sie das Zubehör weglegen wollte, fand sie nicht einmal die durchsichtige Zubehörbox hinten am Gerät. Sie findet so etwas als zu neugierig.

Dann meint sie - Haushalt ist nichts für sie - schon gar nicht einer, der so ordentlich geführt werden muss. Am Ende kam raus - eigentlich hatte man ihr versprochen, sie würde nur vorrübergehend hier sein. Nun glaubt sie auch noch, ich bin nicht zufrieden und sie bereitet den Kollegen nur Ärger, weil sie Fehler macht.

Ich hingegen meine, wir müssen einen Weg finden, ihr Interesse so weit zu wecken, dass das System funktioniert. Dann muss ich auch nicht plötzlich Unsummen für Medikamente ausgeben - vieles kann man auch nach und nach holen. Dies kann man lernen - schneller oder langsamer.

Bald hat sie Urlaub - dann sehen wir weiter. Sie hat auch Ärger mit dem Transportmittel zum Urlaubsort und der Genehmigung durch den Arbeitgeber. Vielleicht finden wir einen Weg, wenn sie sich erholt hat. Allerdings hat sie auch schon erwähnt, dass sie wohl der Meinung ist, besser bei einer anderen Assistenznehmerin zu arbeiten. Der Haken - erst muss eine neue Assistentin gefunden und eingearbeitet werden - und leider stehen Bewerber nicht vor meiner Tür schlange.

Abends gab es dann noch ein Gespräch mit meinem Bruder. Er hatte erstaunlich gute Laune. Wie üblich, immer noch Probleme mit dem Auto sowie dem Rest der Welt. Habe ihn wegen der EC-Karte, der Satellitenanlage, TVBT usw. angesprochen. Nachdem ich ihm für Regentage usw. mein Auto anbot, wollte er sich bemühen, evtl. Mo die Sachen zu bringen, wenn Di der Elektriker kommt.

Selbstverständlich habe ich ihm mal wieder nicht gesagt, dass mich letzte Woche über ihn geärgert habe:

Seit 20 Jahren darf ich mir anhören, ich soll doch mal Hanteltraining machen - egal ob ich 68 Kg wog oder 85 Kg wiege. Das war Fr. und Mo. nennt er mein Abendbrot "armselig". Anschließend packt er mir die fetteste, geräucherte Wurst auf den Schoß. Die steht bei mir auf dem Ernährungsindex - streng verboten.

Macht das irgendeinen Sinn. Freitags gibt er mir eine Festplatte und sagt - habe eine Überraschung und erwartet, dass ich über 200 Folgen Star Trek usw. kopiere. Dabei kenne ich die Folgen - könnte sie glatt synkronisieren.

Am liebsten hätte ich gesagt: 1. Ich habe beobachtet, dass Du dir offensichtlich Sorgen um mich machst. Hierfür danke ich Dir. Ich finde allerdings, Du bist nicht für meine Reha zuständig. Mit dieser Bemerkung "Hanteln" verletzt Du mich.

2. Du nennst mein Abendbrot "armselig". Es ist aber genau diese Ernährung, welche dafür sorgt, dass ich nie 120 Kg wiegen werde. Ich gebe mir also sehr viel Mühe mein Gewicht zu halten - weil Medikamente verhindern, dass ich abnehme. Ebenso verletzt mich das Wort "armselig".

Es verletzt mich aber nur, weil ich Freitag zum Sport aufgefordert werde und Montag von Dir - "etwas anständiges" zu Essen geliefert bekomme, ohne dass es Dich interessiert, ob ich es möchte oder darf. Dies gilt auch für die vielen Dateien.

Verdammt nochmal ich brauche keine 200 Dateien oder ungefragte essbare Mitbringsel. Ich brauche meinen Bruder - Wann hast Du endlich mal Zeit für mich. Du hast für jeden Zeit - nur nicht für mich. Für mich hast Du doch nur Zeit, wenn es um Technik geht - defekte PCs, oder eben Satellitenschüsseln.

Da habe ich seit zwei Jahren das Thema "digitales Fernsehen" angesprochen. Plötzlich stellt sich heraus - ups - da liegt noch eine Satellitenschüssel in seinem Campingwagen - und da ich ihm den Hintern rette mit dem Auto - fällt ihm das plötzlich ein und er bringt sie sogar.

Hatten wir nicht mal ein Absprache, uns monatlich zu treffen, um einander besser kennen zu lernen. Denkste, mein Bruder hat keine Zeit. Versaut mir Xmas. Ich finde es so schade, dass wir uns nur zu Geburtstagen, zu xmas, 1 x zum Grillen und vielleicht noch Kino oder Silvester sehen - wie gesagt entweder Silvester oder Kino.

Es ist mir peinlich, dass ich meine Assistentin bitten muss, ob ihr Mann aus Hellersdorf kommen kann, um mir Nägel für Bilder in die Wand zu schlagen - mein Bruder lebt nicht einmal 2000 m Luftlinie entfernt von mir und hat dafür weder Zeit noch Lust.

Was habe ich getan - damit ich dies verdiene? Klar gibt es zwei Seiten. Aber genau deswegen wollten wir uns ja jeden Monat z. B. zum Eis essen treffen. Kurz genug, um nicht streiten zu können, lang genug um sich besser kennen zu lernen.

Genau dies habe ich ihm mal wieder nicht gesagt - und bald ist der Zug wegen der Wurst/Hanteln wieder abgefahren und ich muss auf die nächste Gelegenheit warten.

Wie kommt es nur: Immer wenn ich so etwas klären möchte, passiert plötzlich irgend etwas positives. Dann ist einfach nicht der richtige Moment zum Klären von Problemen.

Warum kneife ich?

- nur weil er mir diese Geräte gibt?

- Weil ich ihn in diesem Moment für den tollsten Bruder halte, welchen es gibt?

Weil ich hoffe, dass er sich ändert und sich mehr für mich interessiert?

Hoffnungslos?

Gute Nacht - bis bald oldme68

1 Kommentar oldme68 am 17.6.10 02:33, kommentieren

Wie üblich viel zu spät!

Eigentlich wollte ich ja schon lange anfangen - und immer wieder kommt etwas dazwischen. Dinge, welche ich im besagten Augenblick einfach als wichtiger empfinde. Plötzlich ist es dann fast 02.30 und eigentlich Zeit zum Schlafen. Aber da ist noch so viel zu erledigen

- Widerspruch drucken und an das Bezirkamt schicken.

- Pins eingeben

- Adressen fürs Handy überarbeiten

- Adressen mit Windows Mail, Windows Kontakte, Firefox usw. synchronisieren.

- hinterher alles kontrollieren und ergänzen

- Die Bedienungsanleitung für das Handy durcharbeiten

- Die Bedienunganleitung für den neuen Staubsauger durcharbeiten

- Das Bemalen der Wand organisieren und überwachen

 - Um 08;00 steht eine neue Assistentin vor der Tür. Obwohl nicht ganz neu, braucht Sie doch noch mehr Hilfe, Anleitung, Kontrolle usw. als die eingearbeitete Assistentin vom Spätdienst.

 

Nur zur Erklärung: Ich bin Wirtschaftskorrespondentin, Fremdsprachensekretärin, Rollstuhlfahrerin, pflegebedürftig, Assistenznehmerin und Grundsicherungempfängerin.

 

Bis bald oldme68

1 Kommentar oldme68 am 12.6.10 02:47, kommentieren